Zuerst einmal möchte ich mich vorstellen:

Das bin also ich...

Auftritt Tanzgala 2007

Boardtreffen im Schwan, Oldenburg 2004
Kontakt: laura50@web.de

Meine Biographie
Wir schreiben das Jahr 2003 und ich bin inzwischen 51 Jahre alt. Seit nunmehr 28 Jahren (im Juni werden es 29 Jahre) bin ich noch immer mit dem selben Mann verheiratet......
.....so begann bisher meine Vorstellung an dieser Stelle. Inzwischen (wir schreiben das Jahr 2006) hat sich an meiner Situation einiges geändert. Als ich diese Homepage erstellte war mir noch nicht so ganz klar, dass ich mich bereits auf einem ganz anderen Weg befand - den Weg heraus aus meiner Ehe......
Nach einer langen Zeit des Schmerzes und der Überlegungen, der Zweifel und der Hoffnung, entschied ich mich eines Tages, meinen eigenen Weg nun alleine weiter zu gehen. Es war keine einfache Entscheidung und mir wurde mehr als ein Stein in den Weg gelegt. Aber nach dem Motto: "Aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man sich neue Pfade pflastern", ließ ich mich dadurch nicht aufhalten. Und doch war es für viele unfassbar, dass ich in meiner "Situation" diese Entscheidung getroffen habe. Ich verlor Familienangehörige und Freunde, Menschen gingen mir aus dem Weg, kannten mich nicht mehr.
Damals fing ich an, mein Buch zu schreiben. Es hat den Arbeitstitel:
Wenn das Leben Purzelbäume schlägt...
In dieser Zeit entstanden in schlafosen Nächten viele Gedichte . Ich kämpfte mit mir und meiner Entscheidung, mit den Folgen und dem Unbegreiflichen....
Inzwischen sind fast zwei Jahre vergangen, und ich habe den Kampf aufgegeben. Es ist sehr viel geschehen - ich durchlebte sowohl sehr schöne Zeiten, und dann ging ich auch wieder durch die Hölle.
Und doch stimmt der Fortgang meiner Geschichte. Ich kann ihn heute nicht mehr ganz so euphorisch schreiben, vieles hat sich relativiert. Doch mein Leben nimmt wieder Konturen an, ich habe meine Mitte wiedergefunden - zwar noch mit schmerzenden Wunden und vorsichtigem Tasten - aber ich LEBE wieder..
Die Fortsetzung meiner Geschichte ist jedoch so geblieben, wie ich sie einst aufgeschrieben hatte:
Ich habe drei wundervolle Kinder im Alter von 22 bis 27 Jahren mit ihren FreundInnen, die inzwischen ihren eigenen Weg gehen (was mich ungemein entlastet und was ich sehr genieße). Ich bin sehr stolz auf meine Familie (die ja trotzdem noch existiert).
Ich selbst bin ein mittleres Kind von 6 Geschwistern. Ich kam nach meinen 3 "großen" Schwestern 7 Jahre später zur Welt und bekam danach noch zwei "kleine" Geschwister, für die ich als Ältere oftmals die Verantwortung übernahm / übernehmen musste. Als Kind und Jugendliche war ich sehr schüchtern, aber wenn es um die beiden "Kleinen" ging, konnte ich kämpfen und sie behüten und verteidigen. Bis heute kann ich das Gefühl der Verantwortung nicht ganz ablegen.
Durch meine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (ich war selbst erst 15, als ich damit begann) lernte ich, mich auch für andere einzusetzen und verlor so langsam meine Scheu vor "fremden" Menschen und meine Angst, mich öffentlich zu äußern. Diese Arbeit, die meine gesamte Freizeit beanspruchte, machte mir sehr viel Spass und ich denke heute noch immer mit etwas Wehmut daran zurück. Es war eine sehr intensive und lebensfrohe Zeit.
Nachdem sich meine Kinder angemeldet hatten, gab ich die Jugendarbeit auf (mehr oder weniger, denn danach kam die Elternarbeit im Kindergarten und Schule). Ich konzentrierte mich auf meine kleine Familie, die für mich den höchsten Stellenwert hatte. Ich arbeitete "nebenbei" jedoch immer weiter mit (heute weiß ich, dass 5 Stunden täglich keine "Nebenbeiarbeit" ist) und versuchte so, die Familien- und Büroarbeit zusammen mit Haushalt und Garten unter einen Hut zu bekommen. Eine Hilfe für diesen Wust an Arbeit hatte ich nicht - auch keine helfende Oma. Ich war stolz darauf von anderen als Powerfrau angesehen zu werden. Wenn ich gefragt wurde, wie ich das alles schaffe, winkte ich nur ab: "Das mache ich doch mit links", war mein Denken. Ich stellte an mich selbst den Anspruch, die perfekte Lebenspartnerin, Mutter und Angestellte zu sein. Dabei vergaß ich jedoch einen Menschen: nämlich mich selbst............

...und hier muss ich wieder einen Zusatz machen:
Inzwischen bin ich nicht mehr die Superehefrau (ich stehe kurz vor meiner Scheidung), nicht mehr die Supermutter (meine Kinder müssen sich, trotz ihres Alters, erst noch daran gewöhnen), und auch nicht mehr die verlässlich einzuordnende "Frau mit einer Behinderung", die ich einst war.
Ich erlaube mir Dinge zu tun und zu sagen, die man vielleicht nicht von mir erwarten würde. Ich hatte vor 1/2 Jahren eine Internetselbsthilfegruppe zusammen mit einer Freundin übernommen, die wir später durch eine eigen erstellte ersetzt haben, ich habe mich in den Rollitanzsport verliebt und bin inzwischen im Vorstand einer örtlichen, politisch arbeitenden Selbsthilfegruppe für Menschen mit Behinderungen. Seit einigen Monaten mache ich ein Onlinestudium zur "PA-Beraterin" (Beratung für Menschen mit Behinderungen zum Thema "persönliche Assistenz", einschließlich Beratungsgespräche nach dem Prinzip "peer counseling" - Beratung von Betroffenen für Betroffene als Hilfe zur Selbsthilfe).
Durch die häufigen Reisen, die auch damit verbunden sind, habe ich natürlich sehr viel weniger Zeit für meine Familie die sich, wie gesagt, erst noch daran gewöhnen muss. Aber sie haben nun auch eine viel glücklichere und ausgeglichenere Mutter, Tochter, Schwester, Freudin und was auch immer....
Das müsste es doch eigentlich jedem wert sein, oder?.....
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Boardtreffen an der Schlachte in Bremen, 2005

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2009. Meine Scheidung wurde im März 2008 ausgesprochen, doch der Vermögensausgleich und mein Unterhaltsanspruch wurden von meinen - bisher 4 Anwälten - noch immer nicht geklärt. Meine finanzielle Lage sieht daher seit fast 2 Jahren katastrophal aus, weil mein Mann (und sein Anwalt) andere Vorstellungen von seinen Pflichten hat, als es das Gesetz vorschreibt. Also klage ich seit fast 2 Jahren für meine Rechte. Um mein Leben mit Assistenz organisieren zu können muss ich weiterhin arbeiten. Ich hatte das große Glück, dass ich ein Angebot als Kursleiterin bei der VHS angeboten bekam. Nun gebe ich seit 2 Jahren VHS-Kurse für lernbehinderte Erwachsene. Diese Arbeit strengt mich zwas sehr an - denn nicht umsonst bin ich erwerbsunfähig. Aber sie macht auch viel Spass und ich bekomme durch die Teilnehmer sehr viel zurück.
Außerdem habe ich Anfang dieses Jahres eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung ins Leben gerufen, die ich zur Zeit noch alleine ehrenamtlich betreue. Der Grundgedanke dabei war, das an Mitbetroffene weiter geben zu können, was ich in all den Jahren an Erfahrungen sammeln konnte und musste.

Und dann bekam ich am 31.07.09 eines meiner schönsten Geschenke in meinem Leben (neben dem Geschenk, 3 Kinder in diese Welt entlassen zu dürfen):
An dem Tag wurde meine kleine Enkeltochter (siehe den 5ten Beitrag unter "Meine Mutter hat MS", ) geboren - natürlich das süßeste und wunderbarste Baby der Welt! - Das Leben kann so schön sein!!!!

Ja, das Leben kann so herrlich sein! Manchmal denke ich, dass ich der glücklichste Mensch auf Gottes Erden bin...
Wir scheiben das Jahr 2012 - und.... ich bin am 11.Januar wieder "Oma" geworden!
WAS FÜR EIN GESCHENK!!!!
Mir wurde 2 1/2 Jahre nach meinem "Oma-Début" noch einmal eine kleine Enkeltochter geschenkt. Wieso ist sie eigentlich auch wieder das wunderbarste und süßeste Baby der Welt?! - Aber sie ist es wirklich - soooo süß, soooo lieb und "sooo weich" (wie ihre kleine Cousine sagt).
Ich bin überglücklich und freue mich auf das Leben mit "meinen beiden Zwergen"...
Und ich bin mir ganz sicher dass dies noch lange nicht das Ende unseres Familienzuwachses ist...
